Wie alles begann…

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Elfriede Schüle und Kerstin Schumacher-Schröder im Gespräch.

Elfriede Schüle berichtet: „Ich habe in den ersten sechs Jahren meiner Entwicklungshilfetätigkeit im Kongo im medizinischen Büro der protestantischen Kirche in Kinshasa gearbeitet, als Koordinatorin. Bei meinen Besuchen der Gesundheitszentren wurde mir unter anderem immer wieder das Problem der unterernährten Kinder geschildert und dass es ständig zu Unterbrechungen kommt, da die Zusatznahrung aus dem Ausland stammt und zudem noch sehr teuer ist.“

Kerstin Schumacher-Schröder erinnert sich an ihr Erlebnis: „Bei den Besuchen in Kimbanseke/Kinshasa 2009 habe ich die unterernährten Kinder gesehen und gedacht, dass die Patenschaften bei weitem nicht ausreichen, sondern dass vielmehr eine vernünftige Ernährung her muss, die zudem auch noch bezahlbar ist. Wir haben ein Pilotprojekt zu etablieren versucht, was uns kostenmäßig allerdings nicht wirklich gelang. Zu schwierig war die Lebensmittelbeschaffung, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Moringa als Vitamin-, Protein- und Mineralstofflieferant war mir damals noch nicht bekannt.“

Aus einem kleinen Tropfen wird eine Welle.
Es fing 2002 mit der Überzeugung an, dass sich nur etwas ändert, wenn man es anpackt.
2007 wurde dann der Verein Wiehl-hilft e.V. gegründet.

Heute leisten wir Entwicklungshilfe:
OKI Moringa Kindertafeln®. Wir organisieren Moringa Kindertafeln in der DR Kongo. Die Moringapflanze haben wir 2010 über die Entwicklungshelferin Elfriede Schüle kennengelernt. Moringa wächst in allen tropischen Gegenden und ist die nährstoffreichste Pflanze der Welt. Der Moringabaum wird auch „Wunderbaum“ genannt. Er soll laut afrikanischen Überlieferungen gegen ca. 300 Krankheiten wirken. Schon wenn es nur ein Bruchteil dessen ist, gilt er als überaus wirkungsreich. Die getrockneten Blätter dieser Pflanze setzen wir erfolgreich gegen die Folgen des Hungers ein. Heute betreiben wir sechs Kindertafeln, drei zusätzliche sind in der Planung, die mit Hilfe der Moringapflanze jährlich mehr als 1800 Kinder ernähren und behandeln sollen.

Dank der vielen Unterstützer mit ihrem persönlichen Engagement sind zusätzlich zu den Kindertafeln 100 Patenschaften und
zwei Moringa-Farmen entstanden.

Elfriede berichtet weiter: „Ein neues Problem ergab sich dann, nachdem die Kinder ihr Normalgewicht erlangt hatten und zu Hause dann einen regelmäßigen Rückfall erlitten. Da stellte ich mir schon die Frage, ob es nicht eine lokale Lösung gibt.“ „Genau wie bei mir“, schildert Kerstin Schumacher-Schröder, ,,es war frustrierend“.

„Von anderen Entwicklungshelfern wurde ich noch in Deutschland eingehend über Moringa informiert und darüber aufgeklärt, wie Moringa gerade bei unterernährten Kindern in anderen afrikanischen Ländern erfolgreich eingesetzt wurde. Was in anderen Ländern geht, muss doch auch im Kongo möglich sein. Moringabäume sind ja da, nur werden sie kaum benutzt, dachte ich mir“, berichtet Elfriede Schüle.

Kerstin Schumacher-Schröder fasst zusammen: „Bei mir war es so, dass ich in dem Entwicklungshelferseminar der AGEH einen Kollegen kennenlernte, der kurze Zeit später nach Kinshasa ausreiste. Dieser wiederum kam mit dir, Elfriede, in Kontakt, und er mailte mich an, um mir zu berichten, dass er die Lösung meines Anliegens gefunden hätte und du wahrscheinlich an einer Zusammenarbeit interessiert wärest. Ja, und so begann dann unser Marathon der Antragstellung, damit wir dich als Entwicklungshelferin für unser Projekt einstellen konnten. Jetzt wachsen wir stetig, und Misereor hilft und unterstützt uns bei der Ausweitung der Projekte.

Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe

Das tolle System der Analysen und Statistiken konntest Du mit und mit perfektionieren. Auf zwei eigenen Farmen haben wir tausende Bäume gepflanzt.
Hilfe zur Selbsthilfe ist bei uns nicht nur ein vorübergehendes Phänomen, wir haben bewiesen, dass unser Projekt nachhaltig ist.
Die Bevölkerung rund um unsere Kindertafeln wird geschult, damit sie den Nutzen der Moringabäume erkennt und sie selber anpflanzt. Die Ernährung mit Moringa wird auf unser Bestreben hoffentlich bald in den Lehrplan der Krankenschwestern und -pfleger aufgenommen.“

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